Ein Kleingarten soll es sein, was muss ich beachten? Wie
funktioniert das mit dem Pachten?
Ich kenne das selbst, als wir nach Leipzig
gezogen sind und ich für meine Familie ein Rückzugsgebiet gesucht habe.
Ohne jetzt gleich jemanden die Motivation zu nehmen, aber
wenn die Entscheidung einmal gefallen ist, sollte sich jeder darüber im klaren Sein,
das ein Kleingarten nicht nur aus Grill, Liegestuhl oder Pool besteht. Es liegt
zwar an jedem Selbst, wie aufwendig und pflegebedürftig der Garten angelegt
wird, jedoch Arbeit gibt es immer.
Auswahl der Kleingartenanlage.
Hier beginnt nicht nur die Qual der Wahl, sondern auch
leider oft die Selbstüberschätzung.
Viele denken ein Weg zum Garten in nur 20 Minuten mit dem
PKW ist doch kein Problem. Das mag stimmen, nur stellen Sie sich mal vor sie
haben nach der Arbeit lust, um etwas in der Parzelle zu tun, und müssen dieselbe
Strecke durch den noch anhaltenden Berufsverkehr fahren? Hand auf Herz, viele
entspannen dann doch lieber auf den Balkon.
Tipp von mir: je kürzer der Weg, desto eher fährt man auch „nur
mal kurz“ hin. Das erhöht den Nutz- und Erholungseffekt enorm.
Wenn man sich nun in der näheren Umgebung auf den Weg macht, um
sein neues Domizil zu finden, empfehle ich das Wochenende.
Warum? Da sind die meisten Kleingärtner in
ihren Parzellen und man lernt nicht nur den eventuellen perfekten Garten,
sondern auch das Umfeld (die anderen Gartenfreunde) kennen. Das kann sonst zu
einem Problem werden das viele Unterschätzen. Nicht nur der Garten, auch die
Nachbarn sollten passen. Der Altersunterschied ist dabei meist kein Problem, gerade
ältere Gartenfreunde freuen sich , wenn vor allem Familien mit Kindern als
neue Nachbarn kommen. Ihnen sollte generell klar sein das bei einer
Parzellengröße zwischen 200 und 400 m² man nie besonders weit weg ist vom
Nachbarn und das nach allen Seiten. Gartenfreunde sind freundlich so kann man in einem ersten Gespräch am Zaun mit ein paar allgemeinen Fragen
schnell klären, ob es passt oder nicht.
Am passenden Garten vorbei gegangen!
Gerade Neugärtner laufen auf der Suche oftmals an den
Filetstücken einer Anlage vorbei, ohne es zu merken. Zuhause berichten Sie über
einen Garten, indem das Unkraut 1 Meter stand und man doch lieber auf einen
Garten hofft, der „Saatvorbereitet „ ist. Spätestens, wenn Sie diesen gefunden
haben und 4 Wochen dort nicht waren, stellen sie fest nichts wächst so
schnell so hoch wie die Pflanzen, die sie nicht gesät haben, sprich das
Unkraut. Ich möchte damit sagen, bevor sie an einen Garten vorbeilaufen, der
vielleicht nicht frisch gemäht ist, sollte man den Aufwand überblicken und auch
den Verein ansprechen und um Unterstützung fragen. Mir ist derzeit kein
Kleingartenverein bekannt, der in solchen Fällen Unterstützung verwehrt um Licht ins dunkle zu bringen.
Der Kleingarten steht fest.
Sie haben Ihren Garten gefunden und wollen nun tatkräftig
loslegen. In der Regel gibt es einen Vorbesitzer, mit dem man ein
Besichtigungstermin vereinbart, sollte das nicht klappen so hat der Verein
meist den Schlüssel und dieser die entsprechenden Informationen über die
Parzelle. Wichtig ist in der Regel ob Strom und Wasser anliegt, das spart Geld.
Ein Glücksfall wenn man einen Verein, wie den KGV Leipzig Stünz e.V. findet der einen Brunnen
besitzt und somit keine extra Trinkwasserkosten anfallen.
Wenn Ihnen nun alles soweit gefällt und man sich handelseinig
geworden ist, sollte eins beachtet werden. Zu jeder Parzelle, die frei ist oder
vom Vorbesitzer übergeben wird muss es ein sogenanntes Schätzprotokoll geben.
Das bedeutet, dass hier der reelle Wert der Parzelle mit Laube, Pflanzen, Bäume
usw. von einem unabhängigen Prüfer bestimmt wurde, dieses darf nicht älter als
2 Jahre sein. Verkaufspreise fallen aber erfahrungsgemäß oft unter diesem
Schätzwert aus. Hier noch ein Hinweis, der oftmals nicht beachtet wird. Ein
Kleingartenverein verpachtet nur Land, nicht eventuelle Pflanzen, Bäume oder
Gartenlauben. Für deren Instandhaltung ist jeder Kleingärtner selbst
verantwortlich und der Verein kann bei Pachtende den Rückbau verlangen, wenn
diese sich im baufälligen Zustand befindet.
Ein Kleingartenpachtvertrag wird abgeschlossen.
Sie haben den Garten ihrer Wahl gefunden, sind sich mit dem
Vorbesitzer einig, dann folgt nun der nächste Schritt. Vereinbaren Sie mit dem
Vorstand des Vereines einen Termin um den Pachtvertrag abzuschließen. Hier noch
ein wichtiger Hinweis: Bezahlen Sie an
den Vorpächter keine Ablöse ohne den Pachtvertrag. Bei uns im KGV Leipzig
Stünz e. V. werden jeweils beide Parteien, also der scheidende Pächter und
der neue Gartenfreund zu einem Termin eingeladen.
Wenn nun auch der Vorstand des Vereines der Meinung ist, dass
Sie in den Kleingartenverein passen. Wird Ihnen der Pachtvertrag zum Lesen vorgelegt
und Sie werden auf die grundlegenden Rechte und Pflichten hingewiesen. Diese
erfindet nicht jeder Verein für sich selbst, es gilt einheitlich das Bundeskleingartengesetz
und zusätzlich die Kleingartenordnung des Stadtverbandes der LeipzigerKleingärtner und die Satzung des Vereines. Es empfiehlt sich vorbereitet zu
sein in diesem Gespräch, stellen Sie alle Fragen, die ihnen auf dem Herzen
liegen.
Die wichtigste Frage, die Sie stellen sollten, lautet: Was kostet der Kleingarten pro Jahr. Die
Jahresgartenpacht errechnet sich aus einem einheitlich festgelegten Preis pro
m²+ Mitgliedsbeitrag des Vereines+Grundversicherungen+Umlagen, die die
Mitglieder des Vereines in einer Jahreshauptversammlung gemeinsam beschlossen
haben. Meist werden diese Umlagengelder verwendet, um Projekte in dem Verein zu
verwirklichen. Dazu kommt die Abrechnung des Stromverbrauches 1mal pro Jahr
(den man aber selbst steuern kann). Da wir eine Brunnenanlage haben, fallen bei
uns keine Trinkwasserkosten an und es gibt auch keine Wasseruhren. In anderen
Vereinen sollten Sie auch hier nach den Kosten fragen. Fragen sie auch nach den Arbeitsstunden in denen alle Gartenfreunde den Verein pflegen.
Ein Pachtvertrag unterliegt dem BGB mit all seinen Vorgaben. Pachtverträge werden immer zeitlich
unbefristet abgeschlossen und haben Kündigungsfristen, die Sie einhalten
müssen.
Mit der Unterzeichnung des Pachtvertrages erkennen Sie alle
Rechte und Pflichten an, erhalten die Schlüssel und einige Unterlagen zum
Nachlesen.
Dann haben Sie es geschafft. ENDLICH KLEINGÄRTNER.
Noch ein kleiner Hinweis an alle Neukleingärtner. Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern und kann sich nur weiterentwickeln wenn alle Mitglieder des Vereines daran mitarbeiten. Kleingärtner sind eine liebenswerte Gemeinschaft, die Freundlich und Hilfsbereit dem Neugärtner zur Seite stehen.






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